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Montag, 30. Mai 2016

Zu hohe Kosten - High costs

Hallo & Welcome back.

Als ich vor gut zwei Wochen in den Bus eingestiegen bin (mit Assistentin) saßen zwei ältere Damen sozusagen neben mir - im Bus.
Und circa eine Minute nachdem ich eingestiegen bin, ging es aufeinmal los.

Die zwei Damen - sicherlich schon in Pension - fingen an, neben mir darüber zu reden, dass sie niemals ein behindertes Kind auf die Welt bringen würden. Das sei doch viel zu anstrengend. Und außerdem kostet dass dem Staat viel Geld welches man doch für bessere Dinge ausgeben könnte.
WTF?!

Außerdem sagten sie noch, dass sie alle nötigen Untersuchungen in der Schwangerschaft machen würden um zu sehen, ob ihr Kind gesund sei oder nicht. Wäre es dies nicht, würden sie es nicht auf die Welt bringen.
Ich weiß nicht ob die zwei schon jemals davon gehört haben, dass Babys bei einigen Untersuchungen die nicht unbedingt nötig sind manchmal sogar verletzt werden - und sie erst dann behindert sind.

Auf jedenfall hab ich nichts dazu gesagt. Ich hab nur meine Assistentin darauf hingewiesen, dass sie doch auch mal zuhören sollte. Als ich aus dem Bus ausgestiegen bin musste ich erst einmal lachen. JA zum Glück hab ich so viel Selbstvertrauen, dass ich über so einen Blödsinn lachen kann.
Denn wenn das jemand anders hört wird er oder sie vielleicht traurig - bricht in Tränen aus und fragt sich: "Wofür bin ich eigentlich auf der Welt?!" Vor einigen Jahren hätte ich wahrscheinlich auch so reagiert.

Was ich eigentlich loswerden möchte ist: Ich finde diese zwei Damen arm. Arm weil sie anscheinend gar nicht wissen, was beeinträchtigte Menschen alles leisten können. Und auch arm deshalb, weil sie nicht einmal wissen, dass jährlich versucht wird weniger Geld für Menschen mit Behinderung auszugeben - und das ist wirklich arm & behindert!


About two Weeks ago I got into the bus (with my carer) and two older woman were sitting kinda next to me (in the bus).
About one minute after I got into the bus it all started.

The two women - probably already receiving the pension - started to talk, right next to me, that they'd never give birth to a disabled child. It would be too stressful. And it would be so expensive for the state - and the state could spend that money for better things.
WTF?!

And they also said, that they'd do all the examinations they could when they're pregnant. And when the child wouldn't be "healthy" they wouldn't give birth to it. 
I don't know if these two women have ever heard about the fact, that in some examinations the babies get hurt and are disabled afterwards.

However I didn't say anything to it. I just asked my carer to listen to that too. When I got out of the bus I had to laugh. YES I am happy that I am having so much self-confidence that I can laugh about something like that.
Because someone else would have probably started to cry - and think: "Why am I even alive?!" a few years ago I would have probably felt the same after hearing something like that.

What I actually would like to say is: I think that these two women are just poor. Poor because they probably don't know what disabled people can reach. And also poor, because they don't know, that the state tends to spend less and less money for disabled people each year - and that's really poor.

-Laura

Montag, 12. Januar 2015

Feiern im Rollstuhl - Celebrating in a wheelchair (Tägliche Situationen mit einem Rollstuhl)

Hallo & Welcome back.

Ich finde, es ist wieder einmal Zeit für einen Blogpost zum Thema Tägliche Situationen mit einem Rollstuhl. Na gut, jeden Tag geh ich zwar nicht feiern, trotzdem gehört Feiern zum Alltag einer 18-jährigen (finde ich).

Ich bin nicht jemand, der jedes Wochenende ausgeht. Aber wenn ich ausgehe (meistens 1x im Monat, aber auch weniger oft) dann so richtig. So richtig heißt: Eigentlich bin ich vor 3 Uhr morgens nicht daheim, oftmals komm ich auch erst nach dem Frühstück wieder nach Hause.

Aber ja, ich geb schon zu, das es im Rollstuhl etwas schwierig ist. Auch diesmal musste ich mit den Veranstaltern abklären, ob der Lift den zugänglich ist oder nicht. Was meist schon vorhanden sein muss, ist eine Behindertengerechte Toilette.
Es ist nämlich so: wenn ich nicht wirklich was trinke (z.B. bei den Chippendales) ist ein normales WC kein Problem.
Wenn ich aber so viel trinke wie das letzte mal (Entschuldigung!!!) wäre eine normale Toilette wahrscheinlich Gefahrstufe ROT gewesen. Die Sturzgefahr wäre zu groß gewesen! (Ich bin sogar auf der Behindertentoilette gestürzt but WHATEVER.)

Ich weiß aber, dass es Menschen gibt die fragen "Warum gehst du überhaupt weg? Ist doch viel zu gefährlich!" Also was da nun gefährlicher sein sollen als für einen Fußgänger versteh ich nicht ganz.
JEDER kann stürzen! Und auch ich bin auf dem Weg von der Disco zum Frühstück schon gestürzt.
Aber nur weil ich alkoholisiert bin, besteht nicht mehr sturzgefahr als sonst weil ich sitze eh meistens.

Und wie gesagt: ich finde es ganz normal, in meinem Alter auszugehen. Meine Freunde sind alle NICHT-behindert und die nehmen mich natürlich mit wenn sie feiern gehen. Warum soll ich mich da ausschließen?
Wenn ich nicht mitgehen würde und nur zu Hause rumsitzen würde, hätte ich diesen Blog nicht.
Ich will immerhin, dass wir alle als NORMAL angesehen werden. Wir sind Menschen wie jeder andere. Und Teenager und junge Erwachsene gehe nunmal aus und manchmal trinkt man auch ein bisschen mehr.
DAS gehört zum erwachsen werden. Inklusion soll nicht nur in der Schule und am Arbeitsmarkt stattfinden, sondern auch im Privatleben (also auf öffentlichen Festen, Partys, Veranstaltungen etc.).

http://photos-g.ak.instagram.com/hphotos-ak-xfa1/t51.2885-15/10899086_1671417339751862_518273013_n.jpg

I thought it's time for another blogpost about Daily Situations with a Wheelchair. And even though I don't go out for celebrating every single day, parties are part of the life of an 18-year-old girl (that's at least what I think).

But I'm not that kind of girl who goes out every single weekend, but when I go out I come back quite late. I usually go out once a month but sometimes also less. And then I come back at 3am OR after I had breakfast in some bar.

However I have to admit that it is kinda hard to go out when you are in a wheelchair. Also the last time I went out I had to talk to the organizer to make sure that the elevator is accessible (there's a door which is normally closed). But there's still one important thing: a barrierfree rest room which is big enough for the wheelchair.
I mean, when I don't drink (for example when I've seen the Chippendales) a normal rest room is no problem.
But when I'm as drunk as last time (Sorry!!!) it would have been too dangerous in a normal rest room. I could have fallen too often. (I even fell on the barrierfree toilet - don't ask me how it came to this but I didn't hurt myself; LUCKY ME.)

I still ask myself why some people ask "Why don't you stay at home? Going out celebrating is so dangerous!" because I don't think that it is more dangerous than it is for normal people. Even normal people can fall. And I even fell on my way from the club to the breakfast but I don't care. Only because I'm drunk it isn't more dangerous to be honest because everyone can fall and I sit most of the time!

And as I said: it is normal to go out to different parties when you are in my age. And my friends aren't handicapped so of course they go out and ask me to go with them, that's what friends do. And why shouldn't I go with them?
If I wouldn't go with them and stay at home I probably wouldn't have this blog. I want to be accepted as NORMAL - everyone wants that. We are only humans. And teenagers but also young adults go out for celebrating, that's part of growing up.
Inclusion should happen everywhere. Not also in schools or at work, but also during private life (parties etc.)

-Laura










Donnerstag, 3. April 2014

That's my Story. & meine Lidheberschwäche

Hallo meine Lieben.
& Willkommen zu einem weiteren Eintrag von That's my Story.

Heute geht es um meine Lidheberschwäche.

Was ist das?
- ich habe mich nicht näher informiert, bei mir liegt es aber an der Muskelschwäche.
Am einfachsten ist es so erklärt: ich habe einfach keine Lidfalte.

Ich habe das schon seit der Geburt. Und Anfangs konnte ich meine Augen nicht mal richtig öffnen; daher habe ich meinen Kopf immer nach oben gerichtet um jemanden zu sehen.
Ich hatte dann 3 Operationen wo man mir zuerst meine Stirnmuskulatur über die Augenbrauen mit meinem Lid mit Hilfe von Fäden verbunden hat.

Bei der 3. Operation war ich 7 Jahre alt. Diese war nur nötig, weil meine linke Narbe immer entzündet war. Daher nahm man die Fäden wieder raus.
Okey, mein linkes Auge lässt sich zwar nicht so einfach heben wie das rechte, aber es bleibt offen und funktioniert.

Ich muss zugeben, dass ich in der 5.-7. Schulstufe überlegt hatte, mir eine Lidfalte machen zu lassen. Dies wäre auch mit einer Operation verbunden gewesen.
Ich habe mich damals auch informiert und meine Eltern sind extra mit mir nach Salzburg gefahren. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden.

Warum?
Hier kann man das gut erkennen
- Ich war viel zu jung um diese Entscheidung zu treffen (meiner Meinung nach). Immerhin ist diese Operation auch mit Risiken verbunden!
Und im Nachhein bin ich froh es nicht gemacht zu haben.
Es gehört nun mal zu mir. Ich finde meine Augen wunderschön! Und sie sind SO WIE SIE SIND ein Teil von mir.



Meine anderen That's my Story Einträge findet ihr unter "About Me" http://lauraimrolli.blogspot.co.at/p/about-me-laura-gentile.html

Bevor ich diesen Blogeintrag beende, möchte ich euch darauf hinweisen, dass ich ein kleines Problem was aufgrund der Operationen entstand schon ausgebessert habe. Dazu wird es auch einmal einen Blogeintrag geben!

-Laura




Sonntag, 6. Oktober 2013

That's my Story. & wie ich in den Rollstuhl kam

Oft hab ich mir gedacht, dass ich euch mal erzählen möchte, wieso ich überhaupt im Rollstuhl sitze.
Also geht es jetzt mit einem spannenden & vielleicht auch lustigen Blogeintrag los!

Sofort nachdem ich im März 1996 auf die Welt kam war klar, dass mit mir etwas nicht stimmt.
Ich hatte weniger Kraft als andere Babys, obwohl ich nicht zu früh auf die Welt kam.
In den nächsten Jahren wurde ich oft untersucht, es stand schon bald fest das ich eine Muskelschwäche (Muskeldystrophie) habe. Aber welche???

Also wurde ich weiter untersucht, an Teilen meines Oberschenkels wurden Muskelproben genommen (man sieht nur kleine Narben), doch man konnte mich zu keiner Muskelschwäche zuordnen. Also haben meine Eltern ein wenig in der Vergangenheit nachgeforscht, ob ich es womöglich geerbt habe - aber auch da hat man nichts gefunden.

Ergebnis: Ich habe eine Muskeldystrophie welche man nicht zuordnen kann. Daher weiß man auch nicht wie ich mich entwickle.
Aber was ich ja spannend finde ist; es gibt 200 Menschen auf der Welt die eine einzigartige Krankheit haben, da gehör ich also auch dazu!

Aber mal etwas ernstes: Die Ärzte haben kurz nach meiner Geburt gesagt, dass ich nie gehen werde und geistlich werd ich wahrscheinlich auch nicht fit sein!
Ich, als Widder, musste ihnen natürlich das Gegenteil beweisen, und habe mit 1 Jahr geplappert wie ein Kind mit 1 1/2 Jahren. Außerdem hab ich mit 3 Jahren (spät aber doch) mit dem Laufen begonnen :-))
Ich hatte immer schon einen starken Willen. Für längere Strecken bekam ich einen Kinderwagen der für mich angefertigt war. Aber eigentlich war ich meist zu Fuß unterwegs. Und wenn ich mal gefallen bin, bin ich nach ein paar Tränen wieder aufgestanden.

In der 7. Schulstufe bekam ich einen Rollstuhl da ich für den Kinderwagen einfach zu groß war. Ich benutzte ihn aber so wenig wie möglich.
Doch mit dem Wechsel in die Oberstufe war ich auf den Rollstuhl angewiesen da wir oft die Klasse wechseln mussten und außerdem sind in der Schule doch einige Stufen!
Nebenbei wurde ich mit jedem Sturz ängstlicher, weshalb ich nun nur mit Unterstützung (das kann auch eine Wand sein) oder dem Rollstuhl unterwegs bin.

-Laura

PS: wenn ihr mehr Geschichten aus meiner Vergangenheit wollt, dann sagt mir bescheid und ich poste ein paar witzige Erinnerungen die ich hab.