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Mittwoch, 7. Februar 2018

Gelebte Inklusion, oder? - That's how Inclusion works, right?

Hallo & Welcome back.

Während ich diesen Blogpost schreibe, bin ich gerade in meiner heiß geliebten (& warmen) Wohnung eingesperrt weil es schneit.
Also verzeiht mir, dass ich ein Thema aufgreife, welches ein wenig mit Weihnachten zu tun hat. 


Eines der neuesten Gebäude an der Universität Klagenfurt.
Auch das Gebäude in dem ich hauptsächlich studiere.
Der Eingang ist barrierefrei; im Gebäude selbst fehlt es aber auch
an einigen Ecken.
Picture by Michele Regger

Wenn man Menschen zuhört – auch jenen mit einem Handicap – möchte man meinen, dass Universitäten in Bezug auf Barrierefreiheit sehr fortschrittlich sind. Und somit auch in Bezug auf gelebte Inklusion.
Ich habe bereits öfter berichtet, dass auch an der Universität Klagenfurt nicht alles barrierefrei ist.
So kann man zum Beispiel das Krafttraining für Menschen mit Behinderung beim Universitätssportsinstitut (kurz USI) nicht besuchen wenn man im Rollstuhl sitzt.
Gelebte Inklusion in Bezug auf Sport wäre für mich etwas anderes.

Doch zumindest wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin fühle ich mich miteinbezogen. Sie ermöglichen mir ein normales Studentenleben, doch manche Dinge können selbst sie nicht ändern. Und oft werden auch auf der Universität – wo Inklusion doch angeblich schon ausgelebt wird wenn man den Leuten so zuhört – Dinge erst verbessert, wenn sich jemand beschwert.

Ich war einige Wochen vor Weihnachten beim Glühweinopening an der Uni. Gut angezogen und mit E-Rollstuhl. Mit der Annahme, dass wir sowieso im Zelt stehen würden. Doch falsch gedacht, eine Rampe gab es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Mir fällt oft auf, dass selbst bei neu errichteten Dingen nicht mitgedacht wird.
Irgendwer dürfte sich jedoch danach beschwert haben, denn gut eine Woche später gab es plötzlich eine Rampe.

Ob so gelebte Inklusion aussieht weiß ich nicht. Denn müsste man dann nicht schon im Voraus an solche Kleinigkeiten denken?


Well, I am really sorry for talking about such a christmasy topic today, but while I am writing this blogpost I am closed in in my apartement because of snow.

I sometimes hear people talking about inclusion. And a lot of them say: "Well, universities are really up to date when it comes to inclusion of handicapped people."
I would like to argue that that's not true at all.
I have told you in the past that at the University of Klagenfurt we have a sports-centre with different courses. There is also a strength training for disabled people. Well, you can visit it only as long as you are not sitting in a wheelchair. That's not inclusion for me!

However when I am going out with my friends I feel like a normal student. They help me wherever they can but there are things they also can't change. 
So some weeks before christmas we went to the opening of the mulled wine bar at the university. I had a lot of clothes on and went there with my electronical wheelchair. My friends and I were sure that we would stand inside (in the tent where the bar has been situated) but that wasn't the case because there was no ramp!
Some days later there was a ramp. Probably because someone has complained.
But .. that is not inclusion for me. I mean why couldn't they think of such a tittle when they have build up the tent. 
That's really something I don't get at all. 

-Laura

Montag, 12. Dezember 2016

Christkindlmarkt Klagenfurt - Christmasmarket Klagenfurt

Hallo & Welcome back.

Der 3. Advent ist schon vorbei und einige von euch waren sicher schon mal beim örtlichen Weihnachtsmarkt (bei uns & hier in diesem Blogpost "Christkindlmarkt" genannt) - oder eben auch öfter.
Ich war auch schon einige Male dort und mal abgesehen davon, dass ich ihn - wie jedes Jahr - nicht so berauschend finde und nur für einen Glühwein hingehe, ist er auch heuer wieder nur mäßig barrierefrei.

Man sucht sich ja eigentlich SEINEN Lieblingsstand. Jeder hat einen eigenen Geschmack; und so findet man auch diesen einen Stand wo man den Glühwein (oder eben den Glühmost) am liebsten mag.
Leider hat man diese Auswahl als Rollstuhlfahrer NICHT. Am ganzen Christkindlmarkt in Klagenfurt gibt es eigentlich nur Stände mit Stehtischen; oder welche wo es zwar niedrige Tische gibt aber um zu diesen zu kommen muss man eine Stufe überwinden (oder mehr)!

Ja, leider ist das so. Doch es gibt einen Stand, bei dem ist das anderes. Er hat ein paar Stehtische und eben ein paar wo man sich setzen kann; und zu denen kommt man auch als Rollstuhlfahrer.
Leider ist dieser Stand dann dementsprechend auch immer überfüllt - weil alle Rollstuhlfahrer dorthin gehen.
Als Besitzerin eines Rollstuhls den man auch in die Höhe fahren kann, kann ich mich noch glücklich schätzen - denn so kann ich auch die Stehtische nutzen. Doch auch dann nur bedingt; oft kann ich nicht ganz dazufahren und komme dann erst nicht klar beim Glühwein trinken.
Natürlich bin ich auch mal mit Aktivrollstuhl unterwegs - aber auch mit dem ist es nicht einfach diese meist vorhandenen Stufen am Beginn eines Standes zu überwinden.

Falls ich mich irre und etwas übersehen habe, so sagt es mir doch bitte. Aber leider ist dies schon das dritte Jahr wo mir nur dieser eine Stand auffällt der auch wirklich barrierefrei ist.
Mit Gleichberechtigung & Inklusion hat das leider nichts zu tun!




The third of advent is already over and you may have already been at your local christmasmarket once or twice or more often this year.
I also have been there a few times already and as always I do not like it that much. I just go there to get me some mulled-wine. Because also this year my local christmasmarket is not really barrier-free.

I know that usually everyone is looking for their favourite mulled-wine stall. Everybody has a different taste and so everybody has this one stall where they find their favourite mulled-wine.
Well, as a wheelchair-user you don't have this possibility - at least not in Klagenfurt.
At the whole christmasmarket we have nearly only stalls with standing-tabels; or some which do have tabels where you can sit down but if you want to get there you have to overcome one step (or even more)!

Unfortunately it is like that. But there is one mulled-wine stall which is different. It does have standing-tabels but also some tables where you can sit down and which you can reach even as a wheelchair-user. Well, however as it is the only mulled-wine stall which is barrier-free and where you don't have to overcome a step usually it is totally crowded as every wheelchair-user is going there.
As I do have an electronical wheelchair which can be raised up so that I am taller I can usually use the standing-tables. But sometimes I can not really drive totally close to them and so it is hard for me to drink my mulled-wine.
However sometimes I do go to the christmasmarket with my active wheelchair in which I have to be pushed - and with that it is also kind of hard to overcome the steps.

If I am wrong please tell me. But it is already the third year where this is the only mulled-wine stall which I can reach.
This has nothing to do with equality and Inclusion!

-Laura

Montag, 21. März 2016

Inklusion ohne Assistenz - Inclusion without assistance

Hallo & Welcome back.

Ich bin froh, dass es die Möglichkeit gibt, Assistenz zu haben. Nur durch meine Assistentinnen gelingt es mir, meinen Alltag zu bewältigen: Die Uni zu besuchen, Einkaufen gehen, beim Chor mitzusingen, und einfach alles zu machen was mir gefällt.

Aber wer denkt, dass das immer einfach ist, irrt sich. Ich muss eigentlich immer an beziehungsweise für zwei Personen denken.
Natürlich verdienen meine Assistentinnen Geld, aber das heißt nicht, dass ich sie überall hin mitnehmen kann. Wenn meine Assistentin zum Beispiel eine Katzenallergie hat, fällt Katzencafe aus.
Und außerdem heißt Leben mit Assistenz auch, dass man - wenn man auf die Assistentin angewiesen ist wenn man auf Veranstaltungen geht - den Eintritt für zwei Personen zahlen muss.

Des Weiteren muss ich, immer wenn ich die Dienste einteile daran denken, was meine Assistentinnen sonst noch tun. Wann sie auf der Uni sind, Geburtstag haben, oder auf Urlaub fahren.
Leben mit Assistenz heißt auch - und das obwohl ich keine 24h Assistenz habe - dass man sich mal auf die Nerven geht. Manchmal möchte ich einfach alleine sein; aber ich muss meine Zeit mit der Assistentin gut nutzen da sie eben nicht den ganzen Tag da ist.

Leben mit Assistenz bedeutet oft auch: doppelte Kosten. Natürlich ist meine Assistentin für ihre Verpflegung zuständig. Aber wenn ich mit ihr wohin fahre, muss ich auch ihr Ticket bezahlen. Ich muss auch ihre Hotelkosten übernehmen.
Das heißt - auf gut Deutsch - ich denke öfters mal: "Kann ich mir diesen Ausflug überhaupt leisten?"
Wenn ich auf Urlaub fahre, mache ich das meist mit Familie oder Freunden. Das ist günstiger - ich muss nur meine eigenen Kosten übernehmen.

Aber ohne Assistenz könnte ich das Leben, dass ich im Moment führe wahrscheinlich nicht führen. Sogar sicher nicht führen. Ich müsste noch immer bei meinen Eltern wohnen. Ich könnte vielleicht nicht studieren. Ich könnte nicht all meine Hobbies ausüben, denn meine Eltern haben auch nicht immer Zeit.
Und so geht es nicht nur mir, sondern auch allen anderen die Assistenz beziehen, oder darauf warten, welche zu bekommen.
Ich finde es einfach nicht gut, dass die Assistenzstunden jährlich gekürzt werden. Und trotzdem spricht man von Inklusion! Wie soll denn Inklusion funktionieren, wenn es keine Assistenzstunden mehr gibt und wir Menschen mit Handicap dann zu Hause eingesperrt sind?


I am so happy that there is the possibility to have a carer. Only because of my assistance I can manage my daily life: Going to the university, shopping, singing in a choir, and doing whatever I'd like to do.

But whoever thinks that this is always easy, is wrong. I always have to think about / for two people.
Of course my assistance earn money, but that doesn't mean, that I can take them with me to every single place. If one of them has a cat allergy I can't go to the catcoffee with them. Living with assistance also means, that - if you need your carer when you go to an event - you have to pay the entrance for two people.

I also have to think of their unilife, birthdays, holidays and much more whenever I arrange the upcoming days that I need them.
Living with the help of a carer also means - even if I don't have assistance 24/7 - that you sometimes just want to be alone; but you can't. I need to use the time my assistance is here so that she can help me.

Living with assistance sometimes also means: doubled costs. Of course my assistance has to pay her food and drinks on her own. However, whenever I take her with me I need to pay her ticket (for example: train) and her hotelroom.
That also means that sometimes I do think:"Can I even afford that?" 
Whenever I go on holidays I try to do that with family and friends. It's less expensive - I only have to take over my own costs.

However I couldn't live like I do right now without assistance. I still would have to live with my parents. I probably couldn't go to university. I couldn't have all the hobbies I do right now because my parents don't have time every single day.
And that's not only what I think, but also what other people who have assistance think.
It is not good that the hours of assistance get cut down each year. And even though the people talk about Inclusion! How should Inclusion work if there's no assistance anymore and us people with a handicap would be closed in at home?

-Laura

Montag, 27. Juli 2015

Rollifahreridealbild - The ideal

Hallo & Welcome back.

Das Thema welches ich heute ansprechen will beschäftigt mich seit einiger Zeit. Ich werd immer wieder komisch angeschaut weil ich im Rollstuhl sitze, Tattoos habe, gepierct bin und manchmal mit Freunden Alkohol trinke.
Aber eigentlich versteh ich nicht ganz, warum viele das so komisch finden; immerhin bin ich 19 Jahre jung. Piercings sind da ja schon Alltag und Tattoos auch fast. Auch ein Glasal guter Wein oder sonst was ist etwas ganz normales in diesem Alter. ABER NICHT wenn man im Rollstuhl sitzt!

Zumindest wird einem das von vielen in unserer Gesellschaft vermittelt.
Aber ich bin nicht die einzige Rollifahrerin mit Tattoos - hab hier auf der Reha auch noch eine andere kennengelernt.
Aber eigentlich möchte ich nur mal klären, warum das für die Gesellschaft so komisch ist.
Das Problem ist, dass es diverse Werbungen mit Spendenaufrufen gibt wo Rollstuhlfahrer meist so dargestellt werden: Sie wohnen in einem Heim. Können so gut wie nichts alleine machen. Deshalb braucht man Geld um sie zu versorgen. Sie können sich nämlich nicht alleine verständigen. Deshalb spricht auch in dieser Werbung jemand anderes für sie. Und lachen können sie sowieso nicht.

Ja ich weiß das klingt nun krass. Aber es gibt wirklich so eine Werbung. Wird auch jährlich noch "verbessert". Ich werde die Institution hier nicht nennen welche solche Werbungen machen. Finde es jedoch sehr schade, dass in Zeiten von Inklusion so etwas noch erlaubt ist.
Ganz viele Rollstuhlfahrer können sehr wohl zu Hause wohnen auch wenn sie nichts alleine machen können und vielleicht nicht einmal reden können. Immer mehr Familien versuchen diejenigen die mehr Hilfe brauchen länger in ihrer gewohnten Umgebung zu behalten, weil sie sich dort meistens auch wohler fühlen. 

Deshalb reicht es langsam auch, mit den komischen Blicken.
Genauso wenig möchte ich nicht mehr bei irgendwelchen Festen gefragt werden, warum ich denn ein Glas Wein trinke. Ich bin 19 Jahre alt. Studentin. Habe das Recht genauso zu leben wie alle anderen in meinem Alter es auch tun.
Und alle anderen Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen haben ebenfalls diese Rechte ihr Leben so zu leben, wie es die anderen auch tun.
Und selbst wenn sie nicht im Rollstuhl sitzen, sondern eine andere Beeinträchtigung haben: LASST SIE IHR LEBEN GENIEßEN !


It has been a few weeks ago when I went to the city mall to do some shopping when I saw the eyes of the others on me, on my tattoos, on my piercings and then going down to my wheelchair. But why is it like that - that's what I asked myself since then.
I talked to a view people about it and found something what could be the reason.
I am 19; I am inked just like some few others in my age are and I am pierced like nearly everybody else is. And yes, I sometimes go out and drink some alcohol, but this is normal for a nineTEEN year old girl - BUT NOT if you are sitting in a wheelchair. 

Well, I am not the only girl in a wheelchair who is inked. Saw a lot of other wheelchair-users here in the rehabilitation centre who are inked too!
However we have got one problem. There are a few advertisements out there which show wheelchair-users like that: They live in an asylum. They can't barely do anything on their own. That's why they need money for taking care of them. And they can not talk on their own. That is why someone else is talking for them during the advertisement. And they - of course - can not laugh.

Yes I know that this sounds harsh. But we have those kinds of advertisements here in Austria even though everyone is talking about inclusion.
However I know that so many families try to keep their handicapped family members at home as long as they can because it is better for them.
And so many people can go to school even though they can not talk. There are so many inventions out there which help handicapped people.

And I am sick of those eyes on me only because I go out, because I am inked, because I got pierced, and because I am in a wheelchair and can laugh.
I and everybody else has the right to live however they want too - doesn't matter if they are handicapped or not.

-Laura