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Montag, 16. Februar 2015

Keine barrierefreien Kinosäle - No barrier-free halls

Hallo & Welcome back.

Mein Urlaub (die Singwoche) war wirklich schön.
Und den Valentinstag hab ich mit einer sehr guten Freundin bei einem netten Film im Kino verbracht.

Aber sooo nett war das Anfangs gar nicht!
Weil das Kino richtig voll war und der Film nicht nur in einem Saal lief, haben wir entschieden bei der Kassa zu fragen, ob uns denn jemand beim rauf gehen helfen kann.
Da kam schon die Antwort (da saß eine Dame): "Nein das machen wir nicht das müsst ihr selber machen". Ich gab dann zurück "Sonst helfen sie uns auch" - an dieser Stelle muss ich dazu sagen, dass wir sonst eigentlich immer einfach warten wer die Tickets abreist und den dann fragen.
Sie hat dann wiederrum geantwortet "Heute ist so viel los da haben wir für so etwas keine Zeit."
Ich hab sie dann angesehen und gefragt: "Sie wissen aber schon, dass das Diskriminierung ist?".

Daraufhin sind wir gegangen und waren natürlich beide auf 180! Und auf Kravall gebürstet.
Wir waren zwar schon ziemlich früh vor unserem Saal, ein paar mal spazierten auch zwei männliche Kinomitarbeiter vorbei, aber wir haben niemanden aufgehalten da die echt im Stress waren.
Als dann endlich die Tür aufging, der Typ unsere Tickets kontrolliert hat, hab ich ihn gefragt, ob er uns bitte rauf helfen kann. Natürlich hätten wir auch bis zum Schluss gewartet, das hab ich ihm auch gesagt.

Da der Mitarbeiter mich schon kennt sagte er, dass wir das gleich machen würden. Entschuldigte sich also bei den anderen Gäste, trug mich rauf und öffnete erst dann wieder die Türe für die anderen Gäste.
Ist also nochmal alles gut gegangen.

ABER nun zur eigentlichen Problematik:
  1. Dass mir jemand nicht hilft, weil er/sie zum Beispiel was mit dem Rücken hat verstehe ich. Aber dann erwarte ich mir, dass er/sie jemanden anderen organisiert.
  2. Zu sagen, dass ich nur bis in Reihe 4 sitzen darf (die Versicherung vom Cineplexx hat diese Regelung aufgestellt) ist auch keine Ausrede, da ich so oder so keine Stufen selbst bewältigen kann.
  3. Mich zu bitten, dass ich doch die Rollstuhlplätze in der ersten Reihe nutzen soll (die sind nicht einmal gratis sondern kosten €5,70,-) würde dazu führen, dass ich danach einiges an Schadensersatz verlangen würde DENN ich hab eine Muskelschwäche und kann meinen Nacken nicht die ganze Zeit nach hinten beugen. Das hält nicht einmal ein Mensch OHNE Behinderung aus.
  4. Das das BehindertenWC im Cineplexx Villach von den Mitarbeitern als Raucherzimmer benutzt wird ist eine Schande.
So oder so muss das Cineplexx Villach (ebenso viele andere Kinos in Österreich) mit Sicherheit etwas ändern bis 2016. Denn so ist es definitiv nicht zumutbar! Für niemanden.
Und wenn ich noch einmal so einen Satz höre, der mir indirekt zu bedeuten gibt, dass mir jemand einfach nicht helfen will weil er/sie findet, dass Rollifahrer hier nichts zu suchen haben, werde ich sowieso einmal etwas in die Zeitung schreiben oder es gibt wirklich einmal eine Anzeige!

An dieser Stelle möchte ich noch bemerken, dass der Mitarbeiter der mich raufgetragen hat, sogar länger geblieben ist um mir wieder runterzuhelfen. Und er macht das nicht zum ersten mal! Danke also dafür.


It has been a nice holiday for me.
And because I'm single me and a good friend had the idea to go into the movies on Valentinesday. We went there to see Fifty Shades of Grey. Of course we already had our tickets.

However, as we weren't sure if there'd be a man at the entrance we asked the woman at the counter if someone could help us.
She said, that we have to do this on our own. (Yes my good friend, a woman, should have lifted me up to my place).
I then said, that they always helped us. So the woman said "There are so many people today we don't have time to help you." Of course I asked her, if she knows that this is discriminating.

However we had luck. The man at the entrance was someone I knew and so he helped me - as he does it always.

BUT what's the actual problem:
  1. If someone has any problems with lifting me up because of health risks that's okey but I guess he or she should be able to find someone who can help me.
  2. It's not very usefull to say, that I'm only allowed to sit in row 1,2,3 or 4 because I can't make any steps by myself so it doesn't matter if I sit in row 2,3,4 or 5,6,7 etc.
  3. To say, that I should please use the wheelchair-area is not an option because the places are in the first row and I can't hold me head up for two hours.
  4. I still can't understand why the staff from the cinema uses the barrier-free toilet as their room for smoking!
However I do know that the Cinema has to change something until 2016 because right now the situation is not reasonable, for no one.

-Laura

Montag, 9. Februar 2015

That's my Story. & Verlorene Talente

Hallo & Welcome back.

I'm sorry but this blogpost won't be translated. It's kind of very hard for me to write about this time of my life. I may translate it one day. But not now. It's just so personal.

Ich wollte mal über die schlimmsten vier Schuljahre meines Lebens schreiben.
Ich glaube, dass es definitiv schlimmeres gibt, aber das was in meiner Hauptschule abgegangen ist war auch nicht in Ordnung.

Im ersten Jahr, also in der 5. Schulstufe, war ja noch alles Friede-Freude-Eierkuchen. Toller Klassenlehrer = Tolle Klassengemeinschaft.
Aber in der 6. Schulstufe begann das Drama. Wir bekamen eine neue Klassenlehrerin deren erster Satz war "Wenn ich gewusst hätte was für Leute in dieser Klasse sind hätte ich sie nicht übernommen". Mit den Leuten die sie angesprochen hat waren Lernschwache, Hörbeeinträchtigte und ich gemeint.
NEIN ich war nicht in einer Sonderklasse sondern in einer Integrationsklasse. Das heißt, wir wurden nach dem normalen Lehrplan unterrichtet - gemeinsam mit Nicht-Beeinträchtigten - und bekamen eben spezielle Hilfe. Zumindest hätten wir diese Hilfe bekommen sollen.

Und mit diesem Jahr wurde alles anders. Die Klassengemeinschaft die wir in der 5. Klasse hatten gab es nicht mehr. Und ein Schüler hat mich andauernd gemobbt.
Natürlich war das Mobbing jetzt nicht so schlimm, dass ich deshalb nicht mehr zur Schule wollte, aber es hat mich einfach genervt. Es ging so weit, dass die "Schulpsychologin" bei seiner Mutter angerufen hat. Und erst danach war zumindest das Problem gelöst.

Aber da war noch immer diese Klassenlehrerin. Ein Horror.
Sie hat eigentlich alles getan, um mir die Tage zu vermiesen. Die "geilste" Idee die sie und die Direktorin hatten war wohl, dass ich doch bitte die Stufen selbst bewältigen soll aber auf der Ebene einen Rollstuhl nutzen soll. Ich meine: WAAAAAS ist das für eine Logik?
Außerdem gab es damals so eine Film-Produktion über unsere Schule wo ich mitmachen wollte.
Wegen der Direktorin durfte ich nicht einmal zum Casting. Aber jetzt kommts: Im Film haben sie dann einfach jemand anderen in einen Rollstuhl gesetzt!

Des Weiteren gab es mal so einen Tag in der Bibliothek, wo ältere Schüler den jüngeren hätten vorlesen sollen. Weil sich die Direktorin und meine Klassenlehrerin nicht vorstellen konnten wie das gehen sollte durfte ich auch da nicht hin.
Sogar einige Tage vor dem Zeugnis gab es noch so eine heftige Meinungsverschiedenheit dass ich zu Hause saß und geweint habe.

Ich kann mich noch erinnern, dass meine Deutsch-Lehrerin mal gesagt hat: "Wenn Laura dürfte, könnte sie so viel."


Ich muss zugeben, dass ich eine der wenigen war die am letzten Schultag NICHT geweint hat. Ich war sooo froh aus dieser Schule draußen zu sein. Endlich frei. Endlich konnte ich alles ausprobieren, was ich wollte. Meine Talente fördern und und und.
Natürlich standen meine Eltern immer hinter mir und haben mir sehr viel ermöglicht. Aber einiges konnten sie einfach nicht mitbestimmen. Sie konnten das Verhalten der Lehrer nicht einfach ändern, und mir erklären konnten sie es auch nicht.

Heute weiß ich, dass ich diese Personen eigentlich des Öfteren wegen Diskriminierung anzeigen hätte können. Aber daran denkt man doch mit 10-14 Jahren nicht.

Aber um noch einmal zum Thema FREI zurückzukommen. Nachdem wir unsere Zeugnisse hatten, fuhr ich mit meiner damaligen Besten Freundin & meiner Mutter nach Villach um David Hasselhoff zu sehen.
Leider haben wir uns nicht getraut, die Polizisten anzusprechen. Unser Glück war, dass einer uns angesprochen hat und wir so hinter die Absperrung konnten.
Doch dann ist etwas passiert, dass ich nie erwartet hätte. Zuerst hat David ein Foto mit mir gemacht und dann hat er mich auch noch interviewt.
Zuerst war ich richtig geschockt, ich war doch so schüchtern und die Jahre zuvor durfte ich ja von der Schule aus NIE zu irgendwelchen Veranstaltungen.
Aber ich habe mich getraut, hab mit ihm geredet als wär das was ganz normales.
DAS war ein richtiger Start ins freie Leben.

-Laura

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Diskriminierung - Discrimination

Hallo & Welcome back.

Ich bin immer noch schockiert. Gestern Abend hab ich einen Eintrag auf Facebook gesehen, den ich unbedingt mit euch teilen muss - ich habe natürlich die Person gefragt, ob ich das denn teilen darf.

Ich zitiere nun diesen Eintrag:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute haben wir eine erschütternde Geschichte aus Klagenfurt erfahren, die wir mit euch teilen wollen:
KlientInnen und MitarbeiterInnen der Lebenshilfe haben für eine gemeinsame Weihnachtsfeier einen Tisch im asiatischen Restaurant [...] in Klagenfurt reserviert. Als sie dort eintrafen, wurde ihnen von einer Mitarbeiterin des Lokals nahegelegt, ihr Essen mitzunehmen und woanders zu essen,denn beim letzten Mal hätten sich Gäste über ihre Anwesenheit beschwert. Unsere Mitarbeiterin bestand darauf in dem Lokal bleiben zu dürfen und setzte sich durch.
Obwohl es für viele Menschen selbstverständlich ist, dass Menschen mit Behinderungen mitten in der Gesellschaft leben, gibt es scheinbar immer noch Personen, die dies anders sehen. Dieser bestürzende Vorfall, zeigt auf wie wichtig es ist, dass wir uns für Menschen mit Behinderungen einsetzen.
Solltet ihr auf Facebook vertreten sein, so bitten wir euch den heutigen Beitrag über diesen Vorfall zu teilen! Je mehr davon erfahren umso besser! Außerdem haben wir bereits Kontakt zur Kleinen Zeitung aufgenommen und sie werden darüber berichten!
Das Restaurant hat diese Menschen zwar nicht diskriminiert, trotzdem hätte es anders reagieren müssen. Es hätte nämlich zu den "Fußgängern" die ein Problem mit diesen Menschen haben sagen können, dass sie das Restaurant doch verlassen können.
Ich weiß, dass das auch geschäftsschädigend sein kann, aber trotzdem finde ich, dass das eine bessere Entscheidung gewesen wäre.

Außerdem weiß ich, dass es leider noch immer solche Menschen gibt. Und wenn ihr vielleicht in eurem Bekanntenkreis auch jemanden habt, der mit Menschen mit einer Behinderung überhaupt nichts anfangen kann, klärt sie doch auf. WIR sind auch nur Menschen!


So I've seen an facebookpost yesterday and I wanted to share this with all of you.
But I won't translate it exactly.
I'll just tell you what it is about.


Some people, also disabled once, went into a chinese restaurant. After they ordered they got their meal and the waiter pleased them to eat somewhere else because the last time they were here some other guests had a problem with it.
I'm still kinda shocked even though I know there are still some people who have something against us and I just don't get why. We are also part of the society! And you should respect us like you respect everyone else.

Of course the restaurant didn't do anything wrong. But if I'd be the waiter I'd have pleased the other guests to leave the restaurant!

-Laura

Montag, 7. Juli 2014

Beleidigungen

Hallo meine Lieben.

Ich möchte heute mal über ein Thema schreiben was mir zwar sehr wichtig ist, wo ich aber trotzdem NIE gedacht hätte, dass ich darüber schon so bald schreiben würde. 

Ich habe mich aber dafür entschieden, weil von einem "Teenie-Idol" - ich finde ja, dass er schon mehr als ein Teenie-Idol ist - ein Video aufgetaucht ist, wo er im Alter von 15 Jahren rassistische Ausdrücke gesagt hat, und zwar im Spaß mit seinen Freunden. Natürlich wird er nun als Rassist dargestellt, von den Medien und von manchen seiner Fans!

Ich finde das nicht okey weil ich einfach glaube, beziehungsweise bin ich mir sicher, dass jeder schon einmal irgendeinen rassistischen oder diskriminierenden Ausdruck im Spaß mit Freunden verwendet hat, obwohl man wusste dass man das nicht sagt.
Diskriminierung kann wirklich jeden betreffen.
Trotzdem kann man nicht jeden Ausdruck gleich als diskriminierend oder rassistisch bewerten. Man muss sich auch ansehen, in welcher Situation dieser Ausdruck verwendet wurde.

Ein Beispiel:
Wenn ich mit Freunden unterwegs bin und wir irgendeinen Blödsinn machen und dann aufeinmal jemand zu mir sagt "Du bist so behindert" dann ist das eben KEINE Diskriminierung oder Beleidigung.
Wenn jedoch jemand an mir vorbeigeht, mich nicht kennt und schreit "BEHINDERTE", dann seh ich das schon als Beleidigung bzw. Diskriminierung!

Deshalb sollte man einfach aufpassen bevor man jemanden verurteilt. Jeder von uns hat schon Ausdrücke in den Mund genommen die nicht okey waren.
Und jetzt jemanden dafür zu verurteilen, nur weil es davon ein Video gibt, ist NICHT okey. 

-Laura